Bouche-Schule (Grundschule)

Um das Jahr 1696 verließ der französische Winzer David Bouché seinen Heimatort Bonnay in der Champagne und ließ sich in Berlin nieder. Von 1661 an waren bereits etwa 600 Hugenotten nach Berlin geflüchtet, zumeist Handwerker. Weitere 5000 Glaubensbrüder folgten in den nächsten Jahren – jeder fünfte Berliner war damals ein Franzose. Frei konnten sie den Ort wählen, an dem sie sich niederlassen wollten. Sie erhielten kostenlose Bauplätze zur Errichtung ihrer Häuser, wurden für zehn Jahre von allen Abgaben und Lasten befreit, durften ihre Muttersprache als Amtssprache benutzen, eigene Schulen, Kirchen und Hospitäler errichten und unterlagen weiterhin dem französischen Recht.

Flucht von Hugenotten aus Frankreich

Alt-Berliner und Neu-Berliner konnten sich nicht aus dem Wege gehen, sondern mussten mitein-ander auskommen. „Paddenschlucker“ war eines der Schimpfwörter, mit denen die Réfugiés, wie sie sich selbst nannten, belegt wurden („padde“ = niederdeutsch für Frosch). Und wenn sich einmal deutsche und französische Schüler stritten, dann wurden letztere auch schon mal „Bohnenfresser“ genannt. Dahinter stand die Beobachtung, dass die solcherart Betitelten mehr und anderes Gemüse aßen und sich auch sonst – für Berliner Augen – ungewöhnlich ernährten. Die Abneigung gegen Frosch-Schenkel gaben die Preußen nicht auf, waren aber schnell bereit, die Annehmlichkeiten der französischen Küche zu übernehmen (Blumenkohl, Sellerie, Spargel, Artischocken, Chicoree, Champignons, Schwarzwurzeln, verschiedene Suppengemüse und - kräuter sowie grüne Erbsen).

Womit David Bouché sein Leben finanzierte, wissen wir nicht. Er könnte, wie andere auch, versucht haben Wein anzubauen. Doch das Klima und der märkische Sandboden erschwerten dies.

Begrußung der Hugenotten durch den Kurfursten

Sein Sohn Pierre (1703–1784) war der erste dieser Familie, der es erfolgreich mit der „Obst- und Gemüsetreiberei“, wie man es damals nannte, versuchte. In Berlin und der umliegenden Mark Brandenburg gab es genügend brach liegenden Boden. Aus Frankreich wurden Saatgut, Setzlinge und auch junge Bäume herangeschafft. Treib-häuser wurden errichtet, Früh- und Mistbeete angelegt. Blumen wuchsen in bisher nie gesehener Pracht. Welch unerhörte Arbeit hier verrichtet wurde, lässt sich nur erahnen. „ ... man hat nichts ohne Zeit und Mühe“, stand in einer hugenot-tischen Bittschrift an den brandenburgischen Kurfürsten.

Im Jahre 1781 übernahm sein Sohn Jean David Bouché (1747–1819) den väterlichen Betrieb in der Lehmgasse 11. Er baute in seinem Garten ein mehr als 100 Meter langes Treibhaus, das 16 Abteilungen aufwies, und richtete einen Kaffee-Ausschank ein. Hier trafen sich die königlichen Beamten, der König selbst erschien ab und wann, um hier seinen Kaffee zu trinken. Bei derartigen Gelegenheiten könnte Königin Luise von Preußen auch die Spezialität Jean David Bouchés kennen gelernt haben – Hortensien. Diese erst seit seit 1789 in Europa bekannte Pflanze wurde von ihm kultiviert und als Marktpflanze in der Stadt Berlin eingeführt. Weil Hortensien die Lieblingsblume Luises waren, wurde sie nach ihrem frühen Tod 1810 zunächst in ein Hortensienbeet gebettet.

Bouché führte in Berlin die Blumenzwiebelkultur ein und kultivierte eine Anzahl schwieriger Pflanzen; sehr erfolgreich war er auf dem Gebiet der Gehölztreiberei. Die Gärten der Familie Bouché befanden sich damals in der Stralauer Vorstadt, in der Nähe des heutigen S-Bahnhofes Jannowitzbrücke. Ein Enkel Friedrich Nicolais (Schriftsteller und Buchhändler) beschreibt diese Gegend wie folgt: „Außer dem Haus in der Brüderstraße besaß der Großvater Nicolai ein schönes Gartenhaus mit allem Zubehör in der Lehmgasse, welche später den mehr ästhetischen Namen der Blumenstraße erhielt. Beide Namen haben ihre Berechtigung; denn die Lehmgasse, nur zum Teil gepflastert, endigte in einer Sack-gasse mit einer Lehmgrube, Blumenstraße hieß sie später mit Recht von den vielen Gärtnereien, die zu beiden Seiten hinter sehr primitiven Garten-zäunen in kleinen, bescheidenen Häusern angelegt waren. Die wegen ihrer Blumenzucht berühmte Familie Bouché war in jener Gegend durch vier oder fünf tätige Mitglieder vertreten.“ Etwa 9000 verschiedene Pflanzenarten waren hier vertreten.

Jean David Bouché hinterließ drei Söhne: Peter Friedrich Bouché (1785-1856), Peter Karl Bouché und Carl David Bouché (sen.) (1782–?). Die ersteren führten den väterlichen Betrieb ab 1812 weiter. Peter Friedrich machte sich einen Namen als Kunst- und Handelsgärtner. 1834 hatte er mehr als 500 Rosensorten im Angebot. Viele Zier-pflanzen wurden hier erstmalig gezogen, die bekanntesten dürften der Gummibaum und der Oleander sein. Von ihm existiert ein dreibändiges Werk über Blumenzucht, ein Ratgeber „Die Behandlung der Pflanzen im Zimmer und in kleinen Gärten“ sowie zwei Bücher über Insekten im Gartenbau. Er erkannte, welche Bedeutung diesen Nützlingen im Garten zukommt, und so setzte er sich für den Schutz von Kröten, Fröschen, Maulwürfen, Vögeln usw. ein. Er schrieb: „Diese[n] könnte der Mensch die Erhaltung des Gleichgewichts überlassen, wenn er nicht durch seine Kunst den Gang der Natur gestört hätte [...].“ Dieser Satz zeugt von genauer Beobachtungsgabe und einer tiefen Liebe zur Natur.

Bouche Milchstern

Bouché-Milchstern

Seine fachliche Kompetenz beweist sich in seiner Tätigkeit als gerichtlicher Sachverständiger und Wertermittler in gartenbaulichen Fragen. Seit 1847 war er Direktor der „Deutschen Hagelversicherungs-Gesellschaft für Feldfrüchte“.

Peter Karl Bouché unternahm mit Willdenow viele Exkursionen in die Mark Brandenburg und entdeckte dort einige neue Pflanzenarten. Karl Ludwig Willdenow (1765-1812) durfte als Knabe einige Beete im Bouché´schen Garten für Versuche nutzen. Er wurde 1809 Professor für Botanik an der neu gegründeten Universität und war Direktor des Botanischen Gartens. Mit mehreren anderen zeitgenössischen Botanikern stand Bouché in Korrespondenz. Insbesondere aufgrund seiner Veröffentlichungen über Zwiebel-gewächse erlangte er in der botanikwissenschaft-lichen Fachwelt Ansehen. Von der Gattung Blumenrohr (Canna) besaß er zeitweise eine in ganz Europa einmalige Sammlung von 120 Arten. Im Jahre 1827 gab er die Gärtnerei auf, weil er in die Königlichen Gärtnerlehranstalt in Berlin-Schöneberg als Institutsgärtner berufen wurde. 26 Jahre lang kümmerte er sich als Lehrer um die Grundausbildung der Gärtnerlehrlinge bis er im Alter von 70 Jahren pensioniert wurde. Wir sehen hier durchgängig das Bestreben höchstes fach-liches Wissen nicht nur zu erwerben, sondern auch weiterzugeben, sich mit anderen auszutauschen.

Carl Friedrich Julius Bouche Luxus Gewachshaus

Sein Sohn Karl David Bouché (1809-1881) wurde Leiter des Botanischen Gartens und Lehrer für Gartenbau an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. Wie seine Vorfahren auch, erzog er seinen Sohn Julius Bouché (1846-1922, eigentlich Carl Friedrich Julius Bouché oder Karl Friedrich Julius Bouché) der Tradition gemäß.

Nymphaea boucheana Planch.Eine Kreuzung von Carl David Bouche

Dieser Spross der berühmten Gärtner-Dynastie Bouché legte 1869 sein Obergärtnerexamen ab, war ab 1870 Obergärtner im Humboldthain und verließ dann Berlin, um eine Stelle als Garteninspektor des Königlichen Botanischen Gartens in Bonn-Poppelsdorf anzutreten. Er betrieb von 1887 bis 1907 eine Handelsgärtnerei in Bonn. Bekannt wurde er als Gartengestalter in Bonn und Düsseldorf. Julius Bouché hatte von seinem Vater, der das Palmenhaus im Botanischen Garten Berlin-Schöneberg entworfen hatte und eines der beiden grundlegenden Handbücher des 19. Jahrhunderts zum Gewächshausbau verfasst hat, gute Kenntnisse der Gewächshaustechnik erworben.

Große Palmenhaus im Botanischen Garten Berlin Schoneberg

Der Bruder von Karl David Bouché soll hier als letzter Erwähnung finden: Johann Carl Friedrich Bouché (1850-1933). Nach einer Lehre bei den Hofgärtnern in den Potsdamer Gärten war er von 1866 bis 1867 im Berliner Botanischen Garten tätig, besuchte bis 1870 die von Peter Joseph Lenné begründete und geleitete Königliche Gärtnerlehranstalt zu Schöneberg und Potsdam im Wildpark Potsdam. Dann übernahm er Entwurf und Ausführung verschiedener Gartenanlagen in Berlin. Im Jahre 1873 wechselte er nach Dresden, wo er das Direktorenamt des Großen Gartens über fast 50 Jahre hinweg ausübte.

Johann Carl Friedrich Bouche mit seiner Familie

Unter Beibehaltung vieler barocker Grundstrukturen wandelte ihn Bouché in einen Landschaftsgarten im gemischten Stil um. 1895 wurde er zum Königlichen Obergartendirektor ernannt und hatte damit alle Hofgärten unter sich. Dazu gehörten neben den Königlichen Gärten in Dresden die Gärten mehrerer Schlösser sowie die Gartenanlagen in der Stadt Dresden. 1906 wurde Bouché zum Hofrat ernannt. Im Alter von 72 Jahren trat er auf eigenen Wunsch in den Ruhestand.

Anschrift

Bouché-Schule, Grundschule
Bouchéstraße 5
12435 Berlin

Schule

Telefon: +49 (0)30 5337745
Fax: +49 (0)30 5337476
E-Mail: sekretariat@bouche.schule.berlin.de
web: http://www.bouche-schule.de

Rektorin: Frau V. Seiberl
Konrektorin: Frau M. Sommer
Sekretariat: Frau C. Loth

Hort

Haus 1  

Telefon: +49 (0)30 5337105
Fax: +49 (0)30 5337105

Haus 2  

Telefon: +49 (0)30 53014710

E-Mail: hort@bouche-schule.de 
Koord. Erzieherin: Frau B. Müffke

Förderverein

E-Mail: foerderverein@bouche-schule.de

Vorsitzende: Frau C. Wahlen

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