Bouche-Schule (Grundschule)

Frankreich 1685

Im Dorf Bonnay am Fluss Loire in der Champagne (einer Landschaft im nördlichen Frankreichan der Grenzezu Belgien) lebte ein einfacher Weinbauer (Winzer). Sein Name war David Bouché. Um die Jahre 1696/1697 entschloss er sich, seine Heimat zu verlassen. Über mehrere Stationen erreichte er Berlin. Was war geschehen?

Zerstorung der Kirche zu Charenton im Jahre 1685

Ein Gesetz des Königs verbot den Hugenotten die Ausübung ihrer Religion. Priester wurden eingesperrt, Kirchen wurden zerstört. 200 000 protestantische Christen flüchteten aus Frankreich – sie hatten Angst um ihr Leben und wollten ihre Religion behalten.

Berlin, Hauptstadt Preußens, 1685

Am Roten Rathaus in Berlin befindet sich ein Steinfries, der die Ankunft der Hugenotten oder Refugiés (Flüchtlinge) in Berlin darstellt. Neben der Familie Bouché waren etwa 28 Gärtner-familien nach Berlin geflüchtet. 

die Ankunft der Hugenotten in Berlin

Im Jahre 1699 wurden die Namen aller Refugiés in einer Colonie-Liste erfasst. Einige Jahre später war jeder fünfte Berliner ein Franzose! Französisch wurde die Sprache der Gebildeten und Erfolgreichen.

Namen aller Refugies in einer Colonie Liste

Im Jahre 1704 gründete David Bouché in der Stralauer Vorstadt in der Lehmgasse 11 einen Gartenbaubetrieb. Sein Garten hatte eine Größe von etwa 10 000 Quadratmetern – er war also rund 100-mal so groß wie unser Schulgarten! David Bouché betrieb hier Obst- und Gemüsebau.

Insgesamt 20 bedeutende Gärtner stammen von ihm ab. Seine Nachkommen heirateten in andere Gärtnerfamilien hinein, so z.B. in die Familien Dheureuse, Nicolas, Laval, Matthieu, Weil und Gustine. Sein Garten in der Lehmgasse, später Blumenstraße, bestand bis 1856. Fünf Generationen der Familie Bouché haben hier erfolgreich gearbeitet.

Pierre David Bouché (1703 – 1784)

Er übernahm den Garten seines Vaters. Friedrich Nicolai, ein damals berühmter Buchhändler und Schriftsteller sagte über ihn: Pierre Bouché „war ein überaus thätiger und intelligenter Mann“. In zwei Ehen hatte er 18 Kinder, darunter dreimal Zwillinge. Im Jahre 1740 veranstaltete er die erste Hyazinthen-Ausstellung in Berlin. 

Bild zeigt die Garten Hyazinthe

Pierre David Bouché kaufte ein großes Grundstück (etwa 7 500 Quadratmeter) vom ehemaligen Garten des Markgrafen hinzu. Hier vermehrte er als erster in Deutschland Blumenzwiebeln. Bis dahin mussten diese aus Holland eingeführt werden. In Beschreibungen der damaligen Stadt Berlin wurde sein Garten als eine Sehenswürdigkeit genannt – wegen seiner vielen und ungewöhnlich prächtigen Obst- und Blumenkulturen. Seine beiden Söhne Jean David Bouché und Johann Peter Bouché wurden noch erfolgreicher und berühmter als ihr Vater.

Jean David Bouché (1747 – 1819)

Im Jahre 1781 übernahm der jüngste Sohn, Jean David Bouché, den väterlichen Betrieb. Er ließ Treibhäuser mit einer Länge von 400 Fuß (1 Fuß = etwa 30 cm) errichten. Viele Besucher seines Gartens wollten auch gern etwas trinken, also wurde der „café“ in einem der Treibhäuser ausgeschenkt. Sein Ruhm drang bis zum Königlichen Hof – und so saßen die höchsten Herrschaften Preußens mitten im Winter unter blühenden Orangen- und Zitronenbäumen. Die preußischen Könige Friedrich Wilhelm II., Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. sowie die Königin Luise waren oft Gast in der Lehmgasse 11.

Treiberei des Flieders

Jean David Bouché war der erste in Deutschland, der sich um die „Treiberei“ des Flieders kümmerte.

Unser Bild zeigt eine der typischen Bouché-Rosen. Ein Exemplar dieser Gattung befindet sich im Migranten-Museum in Berlin-Kreuzberg!

Bouche Rosen 1 Bouche Rosen 2

Jean David Bouché führte die Hortensie (Heimat: Japan) ein. Sie wurde zur Lieblingsblume der Königin Luise (+ 1810). Er beschäftigte sich mit der Zucht von verschiedenem Obst, Wein, Ananas und Nelken.

König Friedrich Wilhelm III. und seine Gemahlin Königin Luise.

 Konig Friedrich Wilhelm III seine Gemahlin Konigin Luise

Johann Peter Bouché (1735 – 1807)

besaß einen eigenen Garten in der Krautgasse 42. Bekannt waren seine Hyazinthen „Joli blanche“ und „Henri le Grand“.

Dessen gleichnamiger Sohn Johann Peter Bouché (1759 – 1846) legte den Schlesischen Busch in Treptow an. Nach ihm wurde die Bouchéstraße benannt. Die Straße war ab 1895 zum Teil gepflastert und hieß vorher Bouchéweg. Im Jahre 1903 wurde die Straßen-Verlängerung bis zum Köllnischen Ufer (heute Kiehlufer) ebenfalls in Bouchéstraße umbenannt.

Der Schlesische Busch in seiner heutigen Gestalt

Johann Bouché (1733 – 1816)

war Handelsgärtner und besaß ein Garten-Grundstück in der Kommandantenstraße. Von dort schickte er große Mengen an Blumenzwiebeln nach Holland.

Paul Bouché (1743 – 1813)

besaß einen großen Garten in der Schillingsgasse 70.

Carl Paul Bouché

war kein Gärtner, sondern beschäftigte sich mit mathematischen Problemen. Er schrieb drei kleine Büchlein, darunter: 1824 „Die Quadratur des Zirkels“ und 1825 „Die Kugel“.

In seiner Schrift „Die Quadratur des Zirkels“ versucht er den Nachweis zu erbringen, dass es ihm gelungen sei, ein uraltes mathematisches Problem zu lösen: Die Verwandlung eines Kreises in ein flächen-gleiches Quadrat, nur mit Zirkel und unmarkiertem Lineal. Erst im 19. Jahrhundert konnte mit den Mitteln der modernen Algebra gezeigt werden, dass diese Konstruktion mit Zirkel und Lineal NICHT durchgeführt werden kann.

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn man auch andere Hilfsmittel zulässt - ein markiertes Lineal, Kegelschnitte oder spezielle Kurven. Dann gibt es für diese Probleme eine Vielzahl von Lösungen, von denen etliche schon in der Antike entdeckt wurden

 

Anschrift

Bouché-Schule, Grundschule
Bouchéstraße 5
12435 Berlin

Schule

Telefon: +49 (0)30 5337745
Fax: +49 (0)30 5337476
E-Mail: sekretariat@bouche.schule.berlin.de
web: http://www.bouche-schule.de

Rektorin: Frau V. Seiberl
Konrektorin: Frau M. Sommer
Sekretariat: Frau C. Loth

Hort

Haus 1  

Telefon: +49 (0)30 5337105
Fax: +49 (0)30 5337105

Haus 2  

Telefon: +49 (0)30 53014710

E-Mail: hort@bouche-schule.de 
Koord. Erzieherin: Frau B. Müffke

Förderverein

E-Mail: foerderverein@bouche-schule.de

Vorsitzende: Frau C. Wahlen

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