Bouche-Schule (Grundschule)

300. Geburtstag von König Friedrich II. am 24. Januar 2012

Friedrich II. ist als ein sparsamer König in die Geschichte eingegangen. Manche meinen sogar, er habe so genügsam wie seine Soldaten gelebt. Wir wissen heute, dass das nicht stimmt. Er war ein Verschwender.

Der „alte Fritz“, wie er respektlos auch genannt wird, hatte als Kronprinz seine Auffassung zum Genuss in einem Brief vom 9. November 1739 an seine Lieblings-Schwester Wilhelmine dargelegt: "Die Künste wirken durch die fünf Sinne auf das Herz, Musik und Beredsamkeit durch das Gehör, Malerei und schöne Dekoration durch das Gesicht, guter Wein und Tafelfreuden durch den Geschmack, Düfte durch den Geruch. Nichts ist unvernünftiger als sich den Freuden zu versagen. Wir müssen vielmehr alle Tore öffnen, durch die sie zu uns gelangen können, und das Leben genießen, solange wir auf der Welt sind."

Es ist bekannt, dass Pierre Bouché großen Erfolg mit seinen Obst- und Blumenkulturen hatte. Friedrich Nicolai besaß ein Sommerhaus in den Lehmgasse 15. Er beschrieb Bouché als einen „überaus thätigen und intelligenten Mann“. Dieser Bouché hat sich als erster deutscher Gärtner der Vermehrung von Blumenzwiebeln angenommen, die bislang aus Holland eingeführt werden mussten. Im Jahre 1740 organisierte er die erste Hyazinthen-Ausstellung überhaupt.

Der Ruhm seiner Obsttreiberei erreichte dann auch den preußischen König Friedrich II., der seit 1740 regierte. Pierre David Bouché hat vorwiegend Kirschen geliefert, die Lieblingsfrucht Friedrich II. Er aß sie bereits zum Frühstück und überall in den königlichen Zimmern standen Obstschalen, aus denen sich Friedrich bedienen konnte. Der König zahlte für eine Kirsche in den Monaten Dezember bis März genau zwei Reichstaler. Rechnet man den Taler zu 24 Groschen und den Groschen zu zwölf Pfennigen, so erhält man 288 Pfennige. Ein Kilo gutes Roggenbrot kostete damals 8 Pfennige. Friedrich II. hätte für eine Kirsche 72 Kilo Roggenbrot kaufen können. Immerhin hatte der König noch ein Bewusstsein dafür, welchen Luxus er sich leistete, denn er schrieb einmal an seinen Kammerdiener Fredersdorf: „Du wirst schmähen, daß gestern vohr 180 Taler Kirschen gegessen worden, ich werde mich eine liederliche reputation machen.“

Konig Friedrich II

Für die Jahre 1768 bis 1772 gibt es insgesamt 15 Zahlungsbelege für „den Gärtner Bouché“ im Gesamtwert von 1 274 Reichstalern und 84 Pfennigen. Um einen Wertevergleich zu geben: Ein königlicher Hofarzt hätte in den 5 Jahren 600 Reichstaler verdient (10 Taler pro Monat).

 Bauernpaar in der Nahe des Schlosses Sanssouci

Das obere Bild zeigt ein Bauernpaar, das mit einer Bittschrift in der Nähe des Schlosses Sanssouci auf den ausreitenden König wartet. Dieser kümmerte sich persönlich um alles Wichtige in Preußen. Er sorgte für die Landgewinnung, z.B. im Oderbruch, und holte Siedler in sein Land, welche die Wirtschaft stärken sollten. Friedrich II. schaffte die Folter ab und wollte den Wohlstand in Preußen heben. Er war ein Wohltäter.

alten Konig in der Schlosskapelle 

Das Bild zeigt den alten König, wie er in der Schlosskapelle von Charlottenburg einer Musik lauscht. Er war Musik-Liebhaber. Die Menschen seiner Umgebung schikanierte er mit zunehmendem Alter immer mehr – seine Hunde durften alles. Er war ein Tier-Liebhaber und ein Menschenfeind.

Eine Seite aus den privaten Schatull Rechnungen

Eine Seite aus den privaten Schatull-Rechnungen des Königs Friedrich II. Die Position 27 weist 266 Reichstaler für den „Gärtner Bouché“ aus.

Ob Pierre David Bouché und der preußische König sich persönlich kannten, ist nicht überliefert. Bouché war nicht der einzige Kirschen-lieferant und der König pflegte zumeist Kontakte mit intellektuellen Regugiés (hugenottische Flüchtlinge in Preußen).

Friedrich II. erlaubte die freie Ausübung aller Religionen, die in seinem Reich vertreten waren: „Jeder soll nach seiner Fasson (seinem Geschmack) selig werden“. Er förderte die Refugiés sehr großzügig und lud die bedeutendsten von ihnen an seinen Hof. In seinem Schloss Sanssouci (Ohne Sorge) waren so viele Franzosen, dass einer von ihnen (Voltaire) etwas boshaft zum König sagte: „Majestät sind der einzige Fremde unter uns.“

„Je ne suis pas fort en allemand“ (Deutsch beherrsche ich nicht gut), bemerkte er einmal. Dafür schrieb und sprach er ein exzellentes Französisch.

Ab 1747 ließ Friedrich II. insgesamt fünf „Kirsch-Quartiere“ im Park Sanssouci anlegen, die Kirschen für die königliche Tafel liefern sollten. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. ließ die Kirschbäume 1788 wieder ausreißen. Ab 2012 – pünktlich zum 300.Geburtstag - werden die Kirsch-Gärten des Königs wiederhergestellt sein.

Wir wissen nicht genau, ob Friedrich II. lieber Süß- oder Sauerkirschen aß.

Eine Aufstellung der Berliner Schloß- und Hofapotheke von 1758, die als Produkte "Kirsch-Lavendel-Wasser, Schwarzkirschwasser, Sauerkirsch-Sirup, eingemachte saure Kirschen, Sirup aus Sauerkirschen mit Tagetes-Blüten" anbot, lässt den Schluss zu, dass damals zumeist Sauerkirschen-Sorten gezogen wurden.

 

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